Kunstturnen männlich, 23. Oktober 2017
Montag, den 23. Oktober 2017 um 17:41 Uhr

Hoffnung hat sich erfüllt

Uwe Reichert von seinem WM-Aufenthalt in Montreal

Erwartungen hatte Uwe keine, als er Ende September mit der Delegation des Deutschen Turnerbundes nach Montreal flog. Erfüllt aber waren seine Hoffnungen, als er nun von seinem ersten Einsatz als Kampfrichter bei der Turn-Weltmeisterschaft aus Kanada zurück kam.

„Ich war komplett illusionslos dahin geflogen, ohne irgendwelche Ansprüche“, blickt Uwe nach vier Wochen zurück. In Kanada erwartete ihn als einer von zwei deutschen Kampfrichtern bei den Wettkämpfen der Männer allerdings einen Platz im Kampfgericht am Pauschenpferd beim Mehrkampffinale. Mehr noch: Er hatte die Position eines E-Kampfrichters, die er sich erhofft hatte.

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Erster WM-Kampfrichter aus Hauenstein: Uwe Reichert
(Foto: Hutzler)

Die E-Kampfrichter vergeben die Punkte für die Ausführung der Übungen. „Das Werten ist an sich gleich, egal ob in der Bundesliga oder bei der WM“, hat Uwe erfahren, „Turner wollen überall eine halbwegs gerechte Bewertung haben“. Doch bei der WM war es schon besonders: „Es gibt schon eine Anspannung“, berichtet der erfahrene Kampfrichter. „Alle Leistungen der Kampfrichter werden von Experten des internationalen Turnerbundes ausgewertet. Das kann schon Einfluss auf künftige Wettkämpfe haben“.
Sportlich war es für den Kampfrichter eine hochklassige Weltmeisterschaft mit vielen guten Leistungen auf einem hohen Niveau: Vor allem der Chinese Zou Jingyan am Barren oder der Japaner Kenzo Shirai am Boden waren sehenswert“, stellt Uwe nur zwei der vielen Höchstleistungen heraus. Aber auch an die Medaillen der deutschen Turnerinnen Pauline Schäfer und Tabea Alt wird er sich erinnern: „Es ist toll, das in der Halle mitzuerleben, da drückt man natürlich die Daumen“.In Montreal saß Uwe nicht nur am Kampfrichtertisch: „Wir hatten auch viel Kontakt zu den Kampfrichtern der anderen Nationen“. Sie haben gemeinsam etwas unternommen, auch die Stadt kennengelernt und Spaß gehabt. Unmittelbar durch die Weltmeisterschaft wird sich für Uwe in sportlicher Hinsicht nichts ändern. „Wie bisher warte ich ab, was kommt, ob und welche Kampfrichtereinsätze ich weiter haben werde“. Die ersten hatte er schon am Wochenende nach seiner Rückkehr. Da wertete er in der 3. Bundesliga und bei den Gaumeisterschaften in Pirmasens. Und selbstverständlich wird Uwe auch weiterhin als Trainer für den TV Hauenstein in der Halle stehen.

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Nach der Rückkehr in Hauenstein wurde der Weltmeister-Kampfrichter im Familien- und Verwandschaftsbereich gebührend gefeiert (seine Mutter hatte noch gleichzeitig Geburtstag). Uwe ist der erste Kampfrichter aus Hauenstein, der bei Weltmeisterschaften im Kunstturnen an die Turner Punkte verteilen konnte.